Öffnungszeiten

  • Mo, Di, Do, Fr:
    10 – 17 Uhr
    Mi: 10 – 18 Uhr
  • 6.8. bis 31.8.2018
    10 – 13 Uhr
  • Geschlossen an
    gesetzlichen Feiertagen

 

 

Geschichte

Die Provinzialbibliothek Amberg ist wie andere bayerische Regionalbibliotheken eine Gründung der Säkularisation Anfang des 19. Jahrhunderts. Ihre alten Buchbestände stammen aus den Zisterzienserabteien Waldsassen und Walderbach, der Prämonstratenserabtei Speinshart, den Benediktinerabteien Michelfeld, Reichenbach, Weißenohe und Ensdorf sowie dem ehemaligen Jesuitenkolleg in Amberg, dessen Buchbestand nach der Aufhebung des Ordens dem Studienseminar übergeben worden war.

Zunächst wurde die Bibliothek im ebenfalls aufgehobenen Kloster der Salesianerinnen (heute Dr.-Johanna-Decker-Schulen) untergebracht. Insgesamt kamen in den Jahren 1805 bis 1808 fast 50 000 Bände zusammen, die von zwei zu Bibliothekaren ernannten Exbenediktinern, Maurus von Schenkl aus Prüfening und Joseph Moritz aus Ensdorf, beide auch Professoren am Amberger Lyzeum, in mühevoller Arbeit geordnet und katalogisiert wurden. Durch einen Brand im Jahre 1815 ging rund ein Drittel des Bestandes, ca. 16 500 Bände, verloren. Ein Teil der geretteten Bände wurde sofort ins Maltesergebäude gebracht, die restlichen Bücher samt den Regalen folgten 1826. Im Bibliothekssaal des ehemaligen Jesuitenkollegs, das zwischenzeitlich dem Malteserorden übergeben, nun aber Staatseigentum war (seit 1925 im Besitz der Kath. Kirchenstiftung St. Georg), fand die Bibliothek ihre endgültige Bleibe.

Barocker Lesesaal
Barocker Lesesaal

Die Bibliothek wurde danach von Professoren des Lyzeums bzw. des Humanistischen Gymnasiums nebenamtlich verwaltet. Geld für Neuanschaffungen von Büchern stand über Jahrzehnte nicht zur Verfügung. Um die laufenden Kosten bestreiten zu können, verkaufte man Dubletten. Ein knapper, aber regelmäßiger Etat zur Anschaffung neuer Bücher erlaubte erst im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts einen bescheidenen, aber gezielten Ausbau der historischen und philologischen Fächer.

Ab 1893 wurde die Bibliothek von Gymnasialprofessor Johann Drescher vollkommen neu geordnet. Zwei Weltkriege, schwierige Nachkriegszeiten mit Inflation und Währungsreform führten die Bibliothek in ein neues finanzielles Tief. Jedoch hat die Bibliothek den Krieg selbst unbeschadet überstanden. Im Zuge der Reaktivierung der kleineren bayerischen Staatlichen Bibliotheken erhielt die Bibliothek 1963 den ersten hauptamtlichen und professionell ausgebildeten Bibliothekar. Etat, Buchbestand und Personalstand wuchsen in den folgenden Jahren erfreulich und auch die Nutzung durch die Bevölkerung. 1977 konnten neue, bald schon nicht mehr ausreichende Räume von der Stiftung Studienseminar in der Malteser-Vierflügelanlage angemietet werden. Ein dringend benötigter Erweiterungsbau mit Anbindung an den Altbau konnte entlang dieses Flügels realisiert und 2003 bezogen werden. Die Bibliothek kann so den an eine moderne Bibliothek gestellten Erfordernissen gerecht werden.