Veranstaltungen

Den Flyer zu den Veranstaltungen von Mai bis Juli 2022 finden Sie hier.

Ausstellung Japonia

Ausstellung vom 15. Mai bis 15. Juli 2022

Japonia. Bilder von Japan in den Büchern der Provinzialbibliothek Amberg

kuratiert von Dr. Georg Schrott

 

 

Öffnungszeiten:

Mo – Do 10:00 bis 12:30 Uhr und 13:30 bis 16:00 Uhr

Fr 10:00 bis 13:00

Geschlossen am 26.5. (Himmelfahrt) und 16./17.6 (Fronleichnam)

Sonntagsöffnung am 15.5. (Oberpfalztag) 10 bis 16 Uhr

Führungen für Gruppen nach Vereinbarung

 

Sushi, Manga, Origami – unsere Vorstellungen von Japan waren und sind geprägt von Bildern, Moden und Stereotypen, die sich im Lauf der Zeit aber ändern. Immer ist unsere Sicht auf Japan medial geprägt und erfüllt jeweils bestimmte Bedürfnisse, die unsere eigene Kultur gerade hervorbringt. Auch vor Jahrhunderten war das schon so, wie der historische Buchbestand der Provinzialbibliothek Amberg mit einer überraschenden Fülle an Texten und Bildern zeigt. Jesuitische Missionare, zahlreiche Martyrer, die für ihren Glauben ihr Leben ließen, waren gerade in der Oberen Pfalz von Interesse, wo im Laufe des 17. Jahrhunderts der Konfessionswechsel erfolgte und die Gesellschaft Jesu bestrebt war, die Menschen wieder tief im katholischen Glauben zu verankern. Die Ausstellung mit den Amberger Beständen will das europäische Interesse an Japan und das sich über Jahrhunderte wandelnde Bild von Japan zeigen.

 

Japans christliches Jahrhundert 1549-1640 und die erste Begegnung mit dem Westen

Donnerstag, 19. Mai um 19:30 Uhr im Barocksaal

Begleitvortrag zur Ausstellung „Japonia“

von Dr. Andrea Hirner, Japanologin und Historikerin

 

Erst 1543 wurde Japan von Seefahrern entdeckt. Wenig später begannen Mitglieder des Jesuitenordens mit Erfolg im Land zu missionieren. Sie waren die ersten, die über Japan berichteten, aber auch Kenntnisse über den Westen verbreiteten. Doch gegen 1580 begann der Niedergang der Mission, die mit der Ausweisung aller Katholiken 1639 ihr Ende fand. Einer der Gründe war die Konsolidierung der politischen Macht in Japan und die Überzeugung, dass die katholische Religion nicht zu Japan passe.

"Japans christliches Jahrhundert" bedeutet aber auch "die Zeit der südlichen Barbaren", die vor allem in der Kunst Spuren hinterlassen haben.

 

Dr. Andrea Hirner hat zahlreiche Artikel und Bücher zu den deutsch- und bayrisch-japanischen historischen Kontakten sowie zu Kunst und Kultur Japans verfasst.

In den letzten Jahren Publikationen zu Philipp Franz von Siebold (1796-1866), dem Japanforscher aus Würzburg.

Mönch wider Willen – Bibliothekar aus Leidenschaft Martin Willibald Schrettinger (1772–1851) aus Neumarkt in der Oberpfalz

Donnerstag, 02. Juni um 19:30 Uhr im Barocksaal

Vortrag von Manfred Knedlik                                        

Bis heute gilt Martin Schrettinger, dessen Geburtstag sich am 17. Juni 2022 zum 250. Mal jährt, im Urteil der Fachwelt als einer der Wegbereiter der modernen Bibliothekswissenschaft, wobei er sogar für sich in Anspruch nehmen darf, diesen Begriff geprägt zu haben. In der Münchner Hofbibliothek, der heutigen Bayerischen Staatsbibliothek, fand er zu Beginn des 19. Jahrhunderts seine große Lebensaufgabe. Noch vor der offiziellen Säkularisation hatte er im September 1802 einen endgültigen Schlussstrich unter sein bisheriges Leben als Benediktinermönch in Weißenohe gezogen und sein Habit abgelegt. Zunehmend hatte er dort den Anschluss an moderne Entwicklungen gesucht. Unter dem Eindruck aufklärerischer Lektüre rebellierte er mehr und mehr gegen die Verpflichtungen des Klosterlebens, immer heftiger kritisierte er seine geistlichen Vorgesetzten und wurde so letztlich zu einem wirkungsvollen Zuarbeiter der Aufhebungsbestrebungen der staatlichen Behörden. Diese Sonderrolle lässt es als lohnende Aufgabe erscheinen, diesen Lebensabschnitt Schrettingers einer näheren Betrachtung zu unterwerfen.

Frauen, die schreiben, sind gefährlich

Donnerstag, 7. Juli 2022 um 19:30 Uhr im Barocksaal

Ein Lese-Abend mit Katharina Maier, M.A.

Von Jane Austen bis Astrid Lindgren stellt Katharina Maier faszinierende Schriftstellerinnen der letzten 200 Jahre vor. Basierend auf ihrem Buch „Ich lebe, um zu schreiben“ wirft die in Amberg geborene Autorin Schlaglichter auf Frauen, die allen Widerständen zum Trotz zur Feder oder zum Laptop griffen. Zudem gibt sie eine Kostprobe aus ihrem eigenen Roman „Die Erste Tochter“, in dem es ebenfalls um eine junge Frau geht, die immer nur kann, was sie eigentlich nicht können soll. Ein Abend über Literatur und widerspenstige Frauenzimmer.

 

 

 

 

Die Wiederbegründung der Oberpfälzer Klöster in einer Handschrift aus dem Kloster Fürstenfeld

Freitag, 15. Juli 2022 um 19:30 Uhr im Barocksaal

Vortrag von Dr. Wolfgang-Valentin Ikas, Bayerische Staatsbibliothek München und Christian Malzer, M.A., Universtitätsbibliothek Würzburg

Die Provinzialbibliothek Amberg verwahrt das Büchererbe aus den Oberpfälzer Klöstern. Im 17. Jahrhundert fanden die Verhandlungen zu ihrer Wiederbegründung statt, an denen auch der Fürstenfelder Abt Martin Dallmayer zusammen mit dem Prior als Sekretär teilnahm. Christian Malzer stellt einen bisher als verschollen angesehenen Autographen des Priors vor, der konkret die Klöster Kastl, Ensdorf, Speinshart, Walderbach und Waldsassen sowie Reichenbach und Weißenohe behandelt. Der zeitgenössische Bericht geht besonders auf die Wiederbesiedelung des Klosters Waldsassen durch die Zisterzienser in Fürstenfeld ein. Jüngst wurde dieser von der BSB München erworben. Wolfgang-Valentin Ikas referiert über die zisterziensischen Bestände aus Waldsassen und Fürstenfeld im Bestand der Bayerischen Staatsbibliothek, ihre Erschließung und wie sie durch Erwerbungen arrondiert wurden.

 

Anselm Desing – zum 250. Todestag eines benediktinischen Universalgelehrten

Freitag, 29. Juli 2022 um 19:30 Uhr im Barocksaal

Vortrag von Dr. Georg Schrott

Der 1699 in Amberg geborene und spätere Abt des Klosters Ensdorf zählte im 18. Jahrhundert zu den bedeutendsten Gelehrten im süddeutschen Raum mit weit gefassten Interessensgebieten und Begabungen von Geographie und Geschichte über Pädagogik und Musik bis zur Rechtsphilosophie. Nach seinen Plänen wurde die Sternwarte im Stift Kremsmünster erbaut, wie auch das kürzlich in der Provinzialbibliothek wiederentdeckte und Anselm Desing zugeschriebene Skizzenbuch zeigt. Als fest im Katholizismus verwurzelter Benediktinermönch versuchte er in Zeiten des Umbruchs dem neuen wissenschaftlich bestimmten Bildungsideal zu folgen, ohne sich unkritisch einem aufklärerischen Fortschrittsdenken auszuliefern. 1772 verlor das kleine Kloster Ensdorf seinen vielseitig engagierten und bedeutenden Abt.

 

 

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